Zum Reisen
Kommentare 1

Glücklicher auf langen Flügen

Lange Flüge sind mir ein Graus, aber ein notwendiges Übel wenn man die Welt entdecken will. Nach ein paar Jahren hat man da so seine Tricks, die ich heute mit Euch teile. Natürlich kann ich nicht garantieren, dass meine Tipps bei Euch wirken, aber einen Versuch sind sie vielleicht wert und freue mich in den Kommentaren auf weitere Anregungen.

Gut gesessen ist halb gewonnen

Gerade wenn man wie ich über 1,90 groß ist, sind Sitzplätze mit mehr Beinfreiheit praktisch. Alles andere ist stundenlanges Verharren in unbequemen Positionen. Dabei machen für mich die Standard-Sitzabstände keinen Unterschied. Egal ob Ryanair oder Emirates – sie sind immer zu klein. Wenn es irgendwie machbar ist, kümmere ich mich daher schon bei der Buchung um eine Platzreservierung. Das lassen sich viele Airlines gut bezahlen und nehmen für Sitze mit mehr Beinfreiheit teilweise happige Aufschläge, aber je nach Flugdauer ist es mir das wert. Oft werden auch die Plätze am Notausgang gegen Aufpreis verkauft. Hier kann es jedoch passieren, dass man den Platz trotz Reservierung nicht erhält. Denn am Notausgang dürfen nur Passagiere sitzen, denen es die Crew zutraut, im Notfall den Ausgang zu öffnen. Wer zum Beispiel mit eingegipstem Arm reist, wird der Platz verweigert. Wer ihn gegen Aufpreis gebucht hat, bekommt dann sein Geld nicht zurück – denn die Buchungssysteme der Airlines weisen explizit darauf hin.

Generell sehr hilfreich bei der Platzwahl ist übrigens Seatguru. Hier kann man sich die Sitzpläne vieler Fluggesellschaft anschauen und es wird in den Kommentaren zum Beispiel davor gewarnt, dass es an dem Platz sehr laut ist, weil direkt dahinter die Bordküche o.Ä. ist.

Einmal Durchkneten bitte

Ich versuche nach jedem Flug möglichst schnell eine Massage zu bekommen, um alle Muskeln und Knochen wieder in die richtige Position zu bekommen. Auf vielen großen Flughäfen gibt es entsprechende Möglichkeiten, wobei die meistens wesentlicher teurer als „an Land“ sind.

Die passende Kleidung

Im Flugzeug ist es am Anfang mal kalt, mal warm. Sobald die Klimaanlage angeht, meistens wieder kalt und es zieht. Also Zwiebelprinzip: Strickjacke und Schal.

Auf langen Flügen trage ich gerne eine bequeme, nicht zu enge Hose (wobei es aus optischen Gründen keine Jogginghose ist) und ein zweites Paar Socken, die eine rutschfeste Sohle haben. Dann kann ich nämlich die Schuhe während des Flugs auslassen. Ansonsten trage ich bei Flügen immer Slipper, da kommt man nämlich bei der Sicherheitskontrolle schneller raus und wieder rein.

In diesem Zusammenhang finde ich es immer wieder lustig, wenn in unserem Winter Leute in kurzen Hosen und ohne Jacke aus dem Flugzeug steigen, weil sie sich da, wo sie eingestiegen sind, keine Gedanken um das Wetter hier gemacht haben…

Unverzichtbare Accessoires

Das Nackenkissen gehört für mich zu den Must-Haves auf beinahe allen Flügen. Ich habe eines mit waschbarem Bezug, das ich mal für wenig Geld bei Tchibo gekauft habe und das mir seit vielen Jahren treue Dienste leistet. Es ist vergleichsweise fest, anders als viele, die ich schon an Flughäfen gesehen habe.

Vor kurzem zum ersten Mal ausprobiert habe ich das travel pillow. Das wird wie ein Schal getragen, hat aber eine integrierte Verstärkung, die den Kopf abstützt. Das ist praktisch, wenn man einnickt und der Kopf dabei nach vorne oder zur Seite kippt. Da ist der Schlaf meistens nicht so erholsam und man hat nachher Nackenschmerzen – mit dem travel pillow ist dieses Problem gelöst, weshalb ich es wärmstens empfehle (geht in Kombination mit einem Nackenkissen).

Weil es im Flugzeug meistens nicht ganz so leise ist, benutze ich auf jedem Flug Ohrstöpsel von FlyFit (Affiliate Link). Die mindern nämlich nicht nur Geräusche, sondern sorgen auch dafür, dass man von der Druckänderung bei Start und Landung so gut wie nichts mitbekommt. Für den Komfortgewinn ist der Preis von ca. 11 Euro gerade zu lächerlich.

Was dann nicht geht: In-Ear-Kopfhörer benutzen. Praktischerweise verteilen viele Airlines für ihr Entertainment sowieso reguläre Kopfhörer, die kann man über die Stöpsel ziehen und hört immer noch alles einwandfrei. Man sollte sie nach jedem Flug kurz mit Seife waschen.

Wenn es an Bord kein Entertainment gibt, lade ich vorher mein iPad mit ein paar Filmen und Serien voll. Sowohl Amazon Prime, Netflix und SkyGo bieten einen entsprechenden Offlinemodus. Für das iPad bietet sich übrigens eine Hülle oder ein Ständer an, damit man es nicht die ganze Zeit in den Armen halten muss.

Sehr gerne lese ich im Flugzeug mit dem Kindle, weil er wenig Platz braucht und auch leicht ist.

Schlafen nur mit Unterstützung

Ich konnte im Flugzeug jahrelang nicht schlafen. Meine Körperhaltung (siehe oben) lässt das nicht zu, also war jeder Nachtflug für mich ein Albtraum. Doch mittlerweile habe ich ein kleines Zaubermittel und ich meine nicht Alkohol. In den USA wird an vielen Flughafenkiosken Dream Water verkauft. Das ist eine rezeptfreie Nahrungsergänzung mit dem Schlafhormon Melatonin. Ein Fläschchen kostet ca. 5 US-Dollar und damit schaffe ich es tatsächlich, auf Flügen zumindest ein paar Stunden Schlaf zu bekommen. Ich hatte mir zu diesem Zweck mal von meinem Hausarzt Melatonin-Tabletten verschreiben lassen, bei denen dieser Effekt leider nicht eingetreten ist. Also beim nächsten USA-Flug mit Vorrat eindecken. Eine Schlafbrille finde ich ebenfalls hilfreich.

Allgemeine Hinweise

Mehr der Vollständigkeit halber: viel trinken, aber keinen Alkohol. Viel bewegen und nix Schweres Essen. Und die Reise genießen – wer als erster aus dem Flugzeug raus stürmt, wartet nachher länger am Gepäckband ;-)

Und wie gesagt weitere Tipps und Tricks gerne als Kommentar schreiben!

Du hast einen Fehler im Text gefunden? Dann sag mir doch bitte Bescheid. Einfach das Wort mit dem Fehler markieren und Strg+Enter drücken. Schon bekomme ich einen Hinweis.

1 Kommentare

  1. Noise-Cancelling-Kopfhörer sind auch eine wahre Erlösung. Solltest du vielleicht noch zusätzlich mal ausprobieren – auch im Alltag ein super sinnvolles Gadget!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.