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Ein Besuch am Ground Zero

2013: Ground Zero ist noch eine Baustelle

Auf den Trümmern des World Trade Centers ist – typisch Amerika – etwas neues, größeres entstanden, ohne dabei die Ereignisse vom 11. September aus den Augen zu verlieren. Ganz im Gegenteil. Wo früher die beiden große Türme des World Trade Centers (WTC) standen, sind heute zwei große Wasserbassins, die die Grundrisse der Türme wiedergeben. Auf den Tafeln an der Balustrade sind die Namen der Opfer der Anschläge eingraviert. Schilder fordern ausdrücklich auf die Inschriften zu berühren.

Die beiden Bassins stehen auf den Grundrissen der 2001 zerstörten WTC-Türme.

 

Seit 2016 ist das Ensemble wieder komplett.

Zwischen den beiden Bassins befindet sich der Eingang zum 9/11 Memorial, das sich unter der Erde befindet. Das riesige unterirdische Bauwerk umschließt die Fläche der beiden Türme. Gezeigt wird zum einen die Geschichte des WTC als solches, von den Herausforderungen des Baus bis hin zum 11. September 2001 und darüber hinaus den Wiederaufbau. Natürlich nehmen die Anschläge selbst und ihre Folgen den größten Raum ein. Und ganz ehrlich: es ist hart. In jeder Ecke stehen Taschentuchspender, und bei dieser geballten Ladung Tod und Trauer braucht man sie. Wahrscheinlich war jeder fassungslos, als er vor nunmehr 16 Jahren im Fernsehen erst die Bilder der Flugzeuge und dann die zusammenstürzenden Türme sah, aber hier ist das Ganze noch einmal geballt und nah, weil man sich eben am Ort des Geschehens befindet.

Es ist bemerkenswert, was alles zusammengetragen wurde, das in den Trümmern gefunden wurde – teilweise unversehrt, wie ein einzelnes Fenster, das vollständig erhalten geblieben ist, als die Türme zusammenstürzten. Für das Museum sollte man sich ruhig ein paar Stunden Zeit nehmen, auch wenn man nach einer Stunde theoretisch alles gesehen hat.

Kleiner Tipp: Die Schlange an den Kassen kann man umgehen. Rund um das Memorial gibt es Ticketautomaten, an denen man spontan mit einer Kreditkarte Eintrittskarten kaufen kann. Sie kosten 24 US-Dollar. Wer schon im Vorfeld weiß, wann er hierhin möchte, kann die Tickets natürlich auch online bestellen. Sie gelten aber immer nur für einen gewissen Einlasszeitraum von einer halben Stunde.

Das neue World Trade Center

Da geht’s 541 Meter hoch.

Rund um das Memorial wurde fleißig weiter gebaut. Natürlich – wir sind schließlich in New York – gibt es einen neuen Wolkenkratzer: das 541 Meter hohe One World Trade Center, das das höchste Gebäude der Stadt und der USA überhaupt ist. Zum Vergleich: die eingestürzten Türme waren 415 Meter hoch. Auf dem One World Trade Center gibt es eine Aussichtsplattform im 102. Stockwerk, das One World Observatory. Da bin ich aber nicht hoch, weil an dem Tag vergleichsweise schlechtes Wetter war und ich noch einen Hubschrauberrundflug gebucht hatte.

Schon immer war das WTC ein Verkehrsknotenpunkt mehrerer Subway-Linien, außerdem kommen hier die PATH-Züge aus New Jersey an. Der riesige unterirdische Bahnhof verbindet alle WTC-Gebäude und ist gleichzeitig eine große Shopping Mall. Gestaltet wurde er vom spanischen Architekten Santiago Calatrava. Der wie ein großer Rippenbogen gestaltete Haupteingang setzt sich unterirdisch fort, was großartig aussieht. Ein bisschen wie Phönix aus der Asche…

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