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Stockholm unter blauem Himmel

Vor kurzem war ich in Stockholm. Dort fand dieses Jahr der Eurovision Song Contest statt und da ich diesem Event mit Freu(n)den schon ein paar Jahre hinterher reise, stand dieses Jahr die schwedische Hauptstadt als Ziel fest.
Wir hatten Glück und vier Tage strahlend blauen Himmel und Wolken nur am Abreisetag. Gute Voraussetzungen für eine ausgedehnte Stadtbesichtigung.

Die Stadt selbst

Stockholm wirkt nicht wie eine Millionenstadt, die sie faktisch ist. Es gibt kaum Hochhäuser, die Stadt verteilt sich auf mehrere Inseln und es gibt sehr viel Wasser überall und zwischendurch viel Grün. Das Meer ist nah und vor der Stadt liegen unzählige kleine Inseln, die Schären.
Bei tollem Wetter ist jeder Blick auf die Stadt toll, bei schlechtem Wetter…naja. Zum Glück gibt es genug Drinnen-Aktivitäten, doch mehr dazu später. Schweden ist leider nicht dem Euro beigetreten, daher muss man sich Schwedische Kronen besorgen. Oder einfach alles mit Karte zahlen, was in Stockholm kein Problem ist. Im Gegenteil: das ABBA-Museum beispielsweise nimmt überhaupt kein Bargeld an. Der Kurs ist ungefähr 9 Kronen = 1 Euro. Der Einfachheit halber habe ich hier mit 10:1 gerechnet, im Endeffekt ist also alles noch ein bisschen teurer.
Und teuer ist es vergleichsweise schon, vor allem wenn es Prozente enthält. Auch dazu mehr später. Dafür kommt man mit Englisch sehr gut zurecht, es gibt eigentlich niemanden, der kein Englisch spricht – und zwar sehr gutes Englisch.

Unterkunft und Transport

2016-05-15 10.52.21Es ist beinahe egal, wo in der Stadt man wohnt. Das öffentliche Nahverkehrssystem reicht mit Bussen, Straßenbahnen, Schiffen und der U-Bahn (Tunnelbana) in jeden Winkel in einem sehr dichten Takt, selbst nachts. Am Wochenende wird rund um die Uhr gefahren. Für mehrtägige Aufenthalte lohnen sich die Mehrtageskarten von SL. Eine 72-Stundenkarte für alle Verkehrsmittel gibt es für 23 Euro.
Den Weg vom Flughafen in die Stadt haben wir mit dem Taxi zurückgelegt, das ich vorab bestellt hatte. Bei drei Personen ist das pro Person günstiger gewesen als mit dem Zug vom Flughafen. Gleiches gilt für die Rückfahrt. Es gibt Festpreise für die Strecken. Vom Flughafen nach Södermalm sind es 55 Euro, zurück 38 Euro.
Södermalm ist eine der Inseln und sie ist eine sehr begehrte Wohngegend. Sie ist im Prinzip genauso durchgentrifiziert wie der Prenzlauer Berg in Berlin. Es gibt süße kleine Cafés und Restaurants, hippe Burgerladen und ruhige breite Straßen. Von hier aus ist man mit der U-Bahn in wenigen Minuten überall, da fast alle Linien Södermalm durchqueren.
Wir hatten eine tolle AirBnb-Wohnung und wir konnten uns wunderbar im benachbarten Lidl versorgen…

Essen und Trinken

Natürlich haben wir nicht alles im Lidl besorgt, wir sind schon jeden Tag Essen gegangen. Ich wollte nicht im Urlaub noch jeden Tag kochen. Wobei das mit dem Essen gehen in Stockholm gar nicht so einfach ist. Gute Restaurants sind dank Bewertungsportalen recht schnell gefunden, nur sind diese dann auch meistens recht voll. Und zwar schon recht früh. Während zum Beispiel in Barcelona um 18 Uhr in den meisten Restaurants gähnende Leere herrscht und sich wirklich nur deutsche Touristen zum Speisen einfinden, ist es um 18 Uhr in Stockholmer Restaurants brechend voll. Es werden Wartelisten geführt, auf die man sich dann eintragen kann. Reservierungen also empfohlen. Die Preise sind durchgängig höher als bei uns, das gilt insbesondere für den Alkohol. Ein Bier unter 5 Euro ist nirgendwo drin, außer zur Happy Hour bzw. zum After Work, das schon sehr früh am Abend für volle Bars sorgt.

Der Blick nachts von Himlen Richtung Globen

Der Blick nachts von Himlen Richtung Globen

Mein Tipp: Abends einen Sundowner in der Bar im 26. Stock des Skrapan-Hochhauses mitten auf Södermalm. Hier gibt es beinahe einen Rundum-Blick über Stockholm. Eine Etage tiefer ist auch ein recht hochpreisiges Restaurant. Bar und Restaurant hören auf den Namen „Himlen“ – der Himmel. Zur Webseite

Ansehen

Es gibt in Stockholm viel zu sehen, alles haben wir auch nicht geschafft. Aber es war bestimmt nicht mein letzter Besuch. Es empfiehlt sich, Tickets vorher online zu kaufen. Das erspart zum einen oft das Schlangestehen an der Kasse, zum anderen sind manche Attraktionen begrenzt, sodass man spontan Pech haben kann.

Die Altstadt und das königliche Schloss

Die berühmte Altstadt, Gamla stan, besticht durch enge Gässchen, viele Touristen und noch mehr Läden, die sich ausschließlich an Touristen richten: Souvenirläden und die Restaurants mit mehrsprachigen, bebilderten Speisekarten sind hier zu finden. Mir persönlich reicht es, Gamla stan einmal zu durchqueren, wenn man auf dem Weg zum königlichen Schloss ist, das zu besichtigen ist. Die Schlossbesichtigung (15 Euro) enthält den öffentlich zugänglichen Teil der königlichen Gemächer, die Schatzkammer, die Antikensammlung und das Tre Kronor Museum, das die Entstehung des Schlosses zeigt. Die Schlossbesichtigung empfiehlt sich bei schlechtem Wetter. Zur Webseite

Vasa Museum

Hier geht’s nicht um Knäckebrot, sondern um ein Kriegschiff, die Vasa. Die sank dummerweise 1628 auf ihrer Jungfernfahrt, weil sie falsch konstruiert war. Sie versank im Schlick und wurde so konserviert. Seit ihrer Bergung in den 1960er Jahren wurde sie restauriert und ist seitdem im Vasa Museum ausgestellt, das einen Besuch lohnt. Auch das ist mehr eine Aktivität für schlechtes Wetter. Der Eintritt kostet 13 Euro und man kann sowohl mit der Straßenbahn als auch mit der Fähre hinfahren. Zur Webseite

ABBA Museum

Auch das ABBA Museum ist was für schlechtes Wetter, aber ein MUSS für jeden ABBA-Fan, egal wie das Wetter ist. Hier erfährt man alles, was es über die Geschichte der Band zu wissen gibt und das war so ziemlich der spaßigste Museumsbesuch meines Lebens: es gibt Karaoke, man kann Videos aufnehmen, virtuell Kostüme anprobieren usw. An jeder entsprechenden Station scannt man den Barcode seiner Eintrittskarte und kann später im Internet alles abrufen, was man aufgenommen hat. Leider kann ich aus urheberrechtlichen Gründen hier meine Mamma Mia-Performance nicht hochladen…24 Euro, die sich lohnen. Zur Webseite

Skansen

Endlich mal was für gutes Wetter: Skansen ist ein Freilichtmuseum. Hier sind typische Häuser aus verschiedenen schwedischen Regionen der letzten Jahrhunderte zu sehen. Und nicht nur das: in den Häusern sind Menschen, die die Geschichte lebendig werden lassen, in dem sie das machen, was zu der Zeit so gemacht wurde. Eine nette Frau bot uns an, ihr unsere Kleidung zum Waschen mitzugeben, schließlich sei sie die Wäscherin des Ortes. Auch eine Matratze, bzw. ein Teil davon wurde uns angeboten – die Mieter arbeiteten Schicht. Ansonsten kann man im Skansen viel spazieren, traditionell gebackenes Knäckebrot probieren und Tiere wie Wisente sehen. Der Eintritt kostet je nach Monat 10 bis 18 Euro. Zur Webseite

Übrigens liegen Skansen, ABBA Museum und Vasa Museum nur ein paar Schritte voneinander entfernt, so dass man alle drei an einem Tag kombinieren kann, wenn man mag.

Auf den Globen

2016-05-11 12.14.21Globen ist eine Veranstaltungsarena, hier fand auch der ESC statt. Man kann mit einer Art verglastem Aufzug außen auf den Globen bis zum höchsten Punkt fahren und hat von hier aus eine tolle Aussicht über ganz Stockholm und die Umgebung. Kostenpunkt für 20 Minuten 150 Euro. Zur Webseite

What a view #skyviewsthlm

Ein von Timo Stoppacher (@cgntimo) gepostetes Video am

Die Schären

Wer Zeit hat, sollte mal die Stadt verlassen und auf eine der Schäreninseln fahren. Wir waren auf Fjäderholmen, die relativ nah an der Stadt liegt. Hier ist es vergleichsweise ruhig, obwohl Stockholm an sich schon nicht sehr laut ist. Die Insel ist in 15 Minuten zu Fuß umrundet und dennoch gibt es mehrere Restaurants und Cafés sowie ein paar Handwerksbetriebe. Mehrere Schiffslinien fahren von der Stadt aus diese und andere Schäreninseln an. Der gesamte Stockholmer Schärengarten besteht aus mehr als 24.000 Inseln!

Fazit

In Stockholm lässt es sich aushalten. Ganz ohne Großstadthektik ist die Stadt dafür umso gemütlicher und die Schweden sind ein entspanntes Völkchen.

Diesen Beitrag zu Stockholm von Bettina möchte ich Euch noch empfehlen: http://opjueck.de/stippvisite-stockholm/

 

Das war mein ganz persönliches #stockholm Highlight: Die Ampel mit dem Beat

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