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Dublin – Guinness und Meer

Neulich erzählte mir ein Freund beim Bier, dass er im Sommer eine zweiwöchige Irland-Reise machen würde, am Anfang sei er ein paar Tage in Dublin. Der Zeitraum passte ganz gut in meinen Kalender und so buchte ich mir am nächsten Tag Flüge und am Mittwoch flogen wir gemeinsam nach Dublin.

Direkt vorweg: So richtig vom Hocker gehauen hat mich Dublin jetzt nicht. Da gibt es wesentlich interessantere Städte. Dennoch war die Stadt mit Touristen überlaufen – vor allem Schüler und Studigruppen aus Spanien und Italien bevölkerten die Sehenswürdigkeiten. Davon gibt es einige, die zum größten Teil in der Innenstadt liegen, sodass man das sehr gut funktionierende Linienbusnetz gar nicht strapazieren muss.

Viel sehen mit dem Dublin Pass

Wie auch in vielen anderen Städten gibt es mit dem Dublin Pass eine Möglichkeit, mit einem Angebot möglichst viel zu sehen. Außerdem ist bereits der Transfer mit einem Express-Bus in die Stadt mit drin. Das Problem: Für den Transfer muss der Dublin Pass aktiviert werden. Wenn man einen Pass für mehrere Tage bucht, ist der erste Tag dann angebrochen. Landet man erst nachmittags hat man dann einen Tag verschenkt. Da der Transfer aber nur 7 Euro einfach und 12 Euro hin und zurück kostet, ist es eine Überlegung wert, den separat zu zahlen. Im Dublin Pass enthalten sind die aus vielen Städten bekannten Hop-on-hop-off-Busse.

Nicht enthalten sind die normalen Linienbusse. Da eine einfach Fahrt in der Stadt aber nur rund 2 Euro kostet, ist das zu verschmerzen. Taxi fahren ist in Dublin günstiger als in Deutschland.
Ansonsten gibt es mit dem Dublin Pass viele freie Eintritte in Museen und Attraktionen und Rabatte in Läden und Restaurants, wobei letzte in der Regel eher die Angebote für Touristen darstellen. Abseits der Touristenpfade gibt es aber genug gute Alternativen. Später mehr.

Sehenswürdigkeiten – eine Auswahl

Wie eingangs bereits erwähnt, hat mich Dublin nicht so mitgerissen. Das lag vielleicht auch daran, dass die Sehenswürdigkeiten nicht so außergewöhnlich waren. So war beispielsweise die Kathedrale des irischen Nationalheiligen Patrick absolut nichts Besonderes außer eben einer großen Kirche mit ein paar bunten Fenstern. Da strahlt der Kölner Dom wesentlich mehr Erhabenheit aus. Am schlimmsten fand ich den Souvenirverkauf IN der Kirche selbst. Meiner Meinung nach gehören giftgrüne Dublin-Shirts, Tassen und Co. nicht in eine Kirche. Und selbstverständlich bot auch jede andere Sehenswürdigkeit in einem Shop ein buntes Potpourri an Souvenirs an.

Bewusst auf Kommerz getrimmt ist natürlich der Besuch bei Guinness. Das berühmte irische Bier wird bis heute in einem Komplex mitten in der Innenstadt gebraut. Die Ausstellung im Guinness Store House zeigt auf mehreren Ebenen, in einem architektonisch beeindruckenden Gebäude, alle Schritte von der Auswahl und Verarbeitung der einzelnen Zutaten bis hin zum fertigen Bier und gibt Einblick in die Geschichte des Unternehmens. Höhepunkt im wahrsten Sinne des Wortes ist die Verkostung im obersten Stockwerk. In der rundherum verglasten Bar kriegt jeder Besucher ein gratis Pint Guinness und genießt dabei einen wirklich phantastischen Ausblick über die Stadt. Da es sonst keine Aussichtspunkte wie Hochhäuser oder Fernsehtürme in Dublin gibt, ist das quasi die einzige Gelegenheit, um die Stadt von oben zu sehen. Natürlich gibt es auch im Guinness Storehouse einen riesigen Shop, in dem unter anderem Christbaumkugeln erworben werden können. Ich erspar mir den Kommentar dazu.

Ein sehenswertes Museum war EPIC – The Irish Emigration Museum. Hier werden die Geschichten der ausgewanderten Iren anhand einzelner exemplarischer Lebensläufe erzählt. Hierfür sollte man sich ausreichend Zeit nehmen, um an den einzelnen Stationen auch etwas mitzukriegen. Empfehlenswert sind anderthalb bis zwei Stunden.
Der Besuch der Bibliothek des Trinity College soll ebenfalls beeindruckend sein, das haben wir aber nicht mehr geschafft. Na gut, wir hätten es geschafft, hatten aber keine Lust, für die Tickets anzustehen, denn das war nicht im Dublin Pass mit drin.

Irisch kochen als Airbnb-„Entdeckung“

Airbnb vermarktet seit kurzem auch „Entdeckungen“. Man kann dann zum Beispiel Kanufahrten oder spezielle Stadtführungen buchen – oder wie in unserem Fall einen irischen Kochkurs. „Kurs“ ist etwas hochgegriffen, aber wir haben zuhause in der Küche von Eimhear mit ein paar Amerikanern zusammen einen deftigen Lamm-Gemüse-Eintopf (den klassischen Irish Stew) und ein Brown Soda Bread zubereitet. Während die Brote im Ofen waren, haben wir in einem nahegelegenen Pub ein paar Biere probiert. Diesen Pub bzw. Restaurant kann man nur empfehlen, weil es neben den selbstgebrauten Bieren sehr gutes Essen gab. Brú hat zurzeit drei Pub-Restaurants in Irland.

Ausflug ans Meer

Dublin liegt an der Mündung der Liffey in die Irische See. Bis auf ein paar Möwen merkt man aber vom Meer nicht viel. Wenn man dagegen in einen Bus oder einen Zug (DART) nach Howth steigt, ist man nach einer halben Stunde in einer komplett anderen Welt. Auf der Halbinsel Howth kann man stundenlang wandern und merkt nicht, dass man immer noch in einer Stadt mit mehr als einer halben Millionen Einwohnern unterwegs ist. Man sollte jedoch einigermaßen schwindelfrei sein, weil die recht schmalen Wanderwege teilweise direkt an steilen Klippen entlang führen. Festes Schuhwerk versteht sich von selbst.

Mein Fazit

Von Dublin sollte man nicht zu viel erwarten. Nur für die Stadt selbst lohnt sich die Reise meiner Meinung nach nicht. In Verbindung mit einer Reise ins restliche Irland kann man hier vorbei kommen und einen oder zwei nette Tage verbringen. Unbedingt nach Howth fahren und sorry für das schlechte Wortspiel in der Überschrift 😉

In diesem Sinne: Slainte

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