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Der Norden Deutschlands

Nach ein paar Tagestouren stand nun die erste mehrtägige Tour mit meinem Deutschland-Pass an. Es ging in den Norden, Hauptziel Hamburg.

Stade und das Alte Land

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Am Stader Fischmarkt

Im Studium hatte ich mein Praxissemester in Stade gemacht, was vor den Toren Hamburgs liegt. Weil ich dort seitdem gute Freunde habe, führte mich die Reise zunächst dorthin. Die ehemalige Hansestadt an der Elbe hat eine bewegte Geschichte und war irgendwann sogar unter schwedischer Herrschaft. Die Altstadt mit den Plätzen Pferdemarkt und Fischmarkt ist sehr schön. Am Fischmarkt befand sich einer der ersten Häfen Stades. Heute würde niemand auf die Idee kommen, dass das mal ein bedeutender Handelshafen war. Das Hafenbecken, das über einen kleinen Kanal mit der Elbe verbunden ist (die Schwinge), ist winzig. Aber damals mussten auch noch keine Container bewegt werden. Rund um den Fischmarkt finden sich viele gute Restaurants. Wie gesagt, die Altstadt ist sehr schön. Es gibt restaurierte Fachwerkhäuser, nette kleine Läden, aber auch Weltstädtisches wie H&M.

Leider ist Stade oft nur negativ in den Medien: Vor dem dortigen Landgericht sind in den letzten Jahren ein paar besonders gewalttätige Verbrechen verhandelt worden.

Zwischen Hamburg und Stade liegt das Alte Land, eines der größten Obstanbaugebiete Deutschlands. Im Herbst gibt es hier an jedem Baum Äpfel in vielen Sorten. Aus den Äpfeln gibt es natürlich leckeren Saft und mein persönliches Highlight: Apfelbrot! Leider konnte ich dieses Mal keins mitnehmen, weil es in dem Hofladen, wo ich es kaufen wollte, keine Brotschneidemaschine gab und ich in den nächsten Tagen keine Gelegenheit bekommen würde, das Brot vernünftig zu schneiden. Gourmet-Tipp: Apfelbrot mit Nutella.

Das Alte Land liegt direkt hinter der Elbe. Man kann kilometerweit auf dem Deich entlangspazieren und hat auf der einen Seite die Elbe mit den großen Schiffen und auf der anderen Seite eben die Obstbäume und ebenfalls viele schöne Häuser, zum Teil mit Reetdächern. Das fand ich schon in meiner Zeit da oben immer sehr entspannend.

Weiter nach St. Pauli

Nach nur einem Tag in Stade ging es weiter in die Elbemetropole Hamburg. Da ich als Kind und in den letzten Jahren öfter da war, musste ich viele Sehenswürdigkeiten wie Hafenrundfahrt usw. nicht nochmal machen. Stattdessen habe ich mich auf die Attraktionen konzentriert, die in den letzten Jahren neu hinzugekommen sind. Und auf die Restaurants, mehr dazu später.

Basis für den Aufenthalt in Hamburg war die Wohnung einer guten Freundin in einem netten Viertel zwischen Reeperbahn und Elbe in St. Pauli. Zur Reeperbahn, Große Freiheit, Herbertstraße und Co. waren es weniger als fünf Minuten zu Fuß. Tagsüber sind die Rotlichtviertel übrigens ein extrem trauriger Anblick.
Zur Elbe waren es auch nur ein paar Schritte und ca. zehn Minuten zu den Landungsbrücken und dem Alten Elbtunnel.

Der alte Elbtunnel

Der alte Elbtunnel

Das Chocoversum

Der Schokoladenhersteller Hachez hat in Hamburg ein eigenes Museum eröffnet, das Chocoversum. Dort dreht sich alles um den Rohstoff Kakao. Man kann zum Beispiel Kakaobohnen probieren, die direkt aus der Pflanze kommen und noch nicht verarbeitet wurden. Ist nicht zu empfehlen! Im weiteren Verlauf der Führung wird’s leckerer – und man kann immer noch Nachschlag haben. Kalorienmäßig ersetzt der Besuch locker ein Mittagessen. Höhepunkt: Jeder kann seine eigene Tafel Schokolade machen. Aus Zutaten wie Cornflakes, Gummibärchen, Kokosraspeln und ein paar anderen und einem Rohling entstehen individuelle Tafeln.

Selbst gemachte Schokolade

Selbst gemachte Schokolade

Es war am Tag meines Besuchs leider draußen so heiß, dass ich die Tafel nicht aufbewahren konnte. Für ein Foto hat es vor der amtlichen Vernichtung noch gereicht 😉

Nachts im Hafen

Vor den Cruise Days, die ich verpasst habe, wird der Hafen in blaues Licht getaucht. Viele Schiffe und Gebäude inkl. der Elbphilharmonie-Baustelle schaffen eine eindrucksvolle Lichtatmosphäre.

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Blueport

Ebenfalls nachts im Hafen habe ich das Miniaturwunderland besichtigt. Das wurde schon oft im Fernsehen gezeigt. Es hat sich dennoch gelohnt, das persönlich anzuschauen. Es ist je nach Wochentag bis 24 Uhr geöffnet und nachts gibt es keine Schlangen an den Kassen. Die Liebe zum Detail und der Arbeits- und Materialaufwand sind beeindruckend. Im Miniaturwunderland selbst wird es öfter Nacht: Alle 15 Minuten wird das Licht für ein paar Minuten heruntergedimmt und die Millionen Lichter der Modelllandschaften leuchten ins Dunkle. Für einen Besuch hier sollte man eher zwei als eine Stunde einplanen und wer viele Details entdecken möchte, kann hier bestimmt auch den ganzen Tag verbringen, ohne dass ihm langweilig wird.

Und hier zwei Videos dazu:

Direkt nebenan ist das Hamburg Dungeon, eine Art Geisterbahn zum Durchlaufen. Hier war ich vor ein paar Jahren drin und füge es der Vollständigkeit halber hinzu. In der Gruselshow zeigen einem Schauspieler die dunklen Kapitel der Stadtgeschichte inklusive Pest, Piraten, Brände usw. In einer Mini-Wasserbahn gibt es dann noch ein bisschen Action. Das Ganze ist ganz unterhaltsam, aber mehr als einmal muss man es auch nicht besuchen.

Hafencity

Miniaturwunderland und Dungeon sind in der Speicherstadt. Hier wurden früher (und zum Teil noch heute) die im Hafen gehandelten Waren gelagert. Heute ist hier ein neuer Stadtteil entstanden: die Hafencity. Viele der Häuser wurden in Bürogebäude umgebaut, dazu sind diverse Neubauten gekommen. Überall gibt es Kanäle und man kann in vielen Restaurants und Cafés am Wasser sitzen. Weiterhin gibt es viele Parks und Spielplätze.

Mich haben die Gebäude ein bisschen an New York erinnert und die Grundstruktur der Hafencity an die auf dem Reißbrett geplanten Bezirke von Dubai.

Essen und Trinken

Ciao Hamburg!

Ciao Hamburg!

Hamburg als Millionenstadt hat natürlich alle kulinarischen Richtungen anzubieten. Und das Angebot habe ich ausgenutzt. Nichts davon war so besonders, dass ich es hier unbedingt empfehlen muss, mit einer Ausnahme: Das China-Restaurant Golden. Als wir ankamen, waren wir die einzigen Europäer, sonst nur Chinesen auf Europatour (das erzählte uns der Wirt später). Es war entsprechend laut und erst als die Gruppe weg war, konnte man sich normal unterhalten. Das Essen war sehr gut. Ich habe selten so schmackhaft Chinesisch gegessen. Vor allem bestand die Karte eben nicht nur aus vier Fleischsorten jeweils in Kombination mit 24 Saucen, die überall gleich schmecken. Leider konnte ich das Essen nicht fotografieren, weil mich an dem Abend der Akku meines iPhones im Stich gelassen hatte.

Nach schönen Tagen in Hamburg mit vier Tagen super Wetter geht es als nächstes nach Berlin.

Noch ein paar Impressionen

In den Hamburger Bussen gibt es Regale zum Büchertausch.

In den Hamburger Bussen gibt es Regale zum Büchertausch.

Der erste Innenstadt-IKEA der Welt wurde in Hamburg-Altona eröffnet.

Der erste Innenstadt-IKEA der Welt wurde in Hamburg-Altona eröffnet.

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1 Kommentare

  1. Sehr schöner Bericht. Bin seit den 90ern eigentlich fast jedes Jahr mal kurz in Hamburg, meist Altona oder Ottensen. Ich finde auch die vielen kleinen, abgefahrenen Läden haben einen ganz eigenen Charme. Und in den sonnigen Monaten ist es auch nicht weit bis zur Ostsee oder Sylt

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