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Berlin – neue Sehenswürdigkeiten

2014-08-02 15.35.46-1In Berlin war ich schon sehr oft, beruflich und privat. Alle typischen Sehenswürdigkeiten wie Brandenburger Tor, Reichstag, Holocaust-Mahnmal usw. kenne ich schon. Bei diesem Besuch wollte ich mich mal den neuen Attraktionen widmen, die in den letzten Jahren dazu gekommen sind und die ich noch nicht kannte, in erster Linie das Tempelhofer Feld und dann noch ein paar neue Shopping-Attraktionen.

Der Ex-Flughafen

Bei Flughafen und Berlin denkt wohl jeder an Schönefeld, den Flughafen, der niemals fertig wird. Im Internet kursieren ja viele Sprüche dazu. Einer meiner Lieblingssprüche: „Wäre es nicht einfacher, Berlin abzureißen und neben einem funktionierenden Flughafen wieder aufzubauen?“ Soweit muss man nicht gehen, solange Tegel noch funktioniert. Vor allem weil Tegel sehr nah an der Innenstadt liegt. Vom neuen Flughafen aus wäre man wesentlich länger in die Stadt unterwegs.

Mitten in der Stadt liegt das Gelände des ehemaligen Flughafens Tempelhof. Tempelhof war bei der Belagerung West-Berlins wichtig als Endpunkt der Berliner Luftbrücke. Später wurden hier bis vor ein paar Jahren vor allem Kurzstreckenflüge innerhalb Deutschlands und Europas abgefertigt. Seit ein paar Jahren ist der Flughafen aber geschlossen und die Stadt Berlin suchte nach einer Idee, was man mit dem Gelände machen konnte. Solange wurde das Tempelhofer Feld als Park für die Öffentlichkeit geöffnet. So kann man auf den kilometerlangen Lande- und Rollbahnen spazieren gehen, joggen, Rad fahren, inlinern, Segway fahren – im Prinzip alles mögliche machen. Es gibt mehrere Grill-Bereiche, separate eingezäunte Gelände für Hunde sowie Schrebergärten.

Ein Panorama auf dem Tempelhofer Feld.

Ein Panorama auf dem Tempelhofer Feld.

Das tolle am Tempelhofer Feld war für mich die Weite. Man steht quasi mitten in der Millionenstadt Berlin und hat um sich herum mindestens einen Kilometer erst mal nichts außer Feld. Das flasht schon ziemlich. Außerdem: Wo sonst kann man auf einer Landebahn rumlaufen? Daher kann ich auch voll und ganz verstehen, dass die Berliner neulich beim Volksentscheid gegen eine Bebauung des Rands gestimmt haben.

Thaifood im Park

Keine Sehenswürdigkeit im eigentlichen Sinn, aber dennoch eine Attraktion ist die Thaiwiese im Preußen-Park in Wilmersdorf. Hier wird an den Wochenenden im Sommer thailändisch gekocht – und man bemüht sich dabei um eine Atmosphäre, die Straßenmärkten in Bangkok oder wo auch immer in Thailand ähneln soll. Thailändische Frauen kochen frisch auf dem Camping-Kocher thailändisches Essen, das man für wenige Euro direkt vom „Herd“ serviert bekommt. Es gibt Snacks und auch für 5 Euro Hauptgerichte, die für den Rest des Tages satt machen. Die Atmosphäre im Park kommt einem Straßenmarkt in Bangkok aber nur nahe, wenn es heiß und schwül ist, so wie bei meinem Besuch. Ansonsten ist der Park einfach zu grün und zu Deutsch.2014-08-03 16.07.11

Neue Shopping-Attraktionen

Vor kurzem hat in Berlin mit Bikini ein neues Einkaufszentrum aufgemacht, das mal was anderes als den Zara-H&M-Douglas-Esprit-Einheitsbrei der normalen Arkaden-Galerie-Centern bietet. Zwar gibt es hier auch das eine oder andere bekannte Label, in erster Linie sollen aber kleine, unbekannte Labels im Aufbau die Gelegenheit bekommen, zu verkaufen. Deren „Läden“ bestanden dann aus wenigen Quadratmetern großen Drahtboxen, die ein wenig wie Tierkäfige wirken – vor allem, wenn sie geschlossen sind. Über den Läden ist eine schöne Dachterrasse mit Blick in den Berliner Zoo. Das Bikini hat außerdem ein Design-Hotel. Der Komplex befindet sich direkt neben dem Bahnhof Zoologischer Garten und damit fast am Kudamm.

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Die Dachterasse vom Bikini

Letzte Shopping-Attraktion war dann die erste europäische Filiale von Uniqlo, einer japanischen Kette, die im Prinzip das Gleiche verkauft wie H&M und Zara, aber eben noch nicht in Europa. Der Service ist dann japanisch angehaucht. Wenn man etwas anprobieren möchte, wird man bis zur Umkleidekabine gebracht, der Vorhang für einen geöffnet und es wird einem sogar beim Umziehen geholfen – nein, Letzteres wäre dann doch zu viel des Guten.

Eine Mischung aus Shopping-Attraktion, Coffeeshop und Co-Working-Space ist dann die Microsoft The Digital Eatery. Hier gibt’s Kaffee, freies WLAN und Steckdosen sowie diverse Smartphones und Tablets zum Ausprobieren. Dieser Platz ist ideal, um mal zwischendurch einen Arbeitstag mit dem Laptop einzulegen. Normalerweise geht man für so was ja ins Oberholz, aber da gibt es einfach keine freien Steckdosen mehr.

Die Eatery liegt so zentral in Berlin, wie es nur eben geht: Unter den Linden auf Höhe der Friedrichstraße.

Die Eatery liegt so zentral in Berlin, wie es nur eben geht: Unter den Linden auf Höhe der Friedrichstraße.

Das Nikolaiviertel – wo Berlin entstand

Auf dem Gebiet Ostberlins liegt das Nikolaiviertel. Es gilt als das Ur-Berlin mit den ältesten Häusern der Stadt, die sich rund um die Berliner Nikolaikirche an der Spree gruppieren. Die Architektur erinnert einen eher an Dörfer und kleine Städte in Oberbayern als an das moderne, hippe Berlin. Das Ensemble stammt aus dem 18. Jahrhundert, die Kirche aus dem 13. Jahrhundert. Leider wurden im zweiten Weltkrieg einige Gebäude zerstört. In der DDR-Zeit sind diese dann wieder aufgebaut und um typische Elemente des DDR-Stils ergänz worden: Plattenbau. Man sieht an der Straße Arkadengänge, schaut nach oben und sieht Platte. Grausam, einfach nicht hoch gucken.

Nach Berlin ging es weiter zu einer weiteren Nikolaikirche, der in Leipzig.

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