Meere
Kommentare 1

Rückblick auf meine erste Kreuzfahrt

Nach meiner ersten Kreuzfahrt hätte ich gar nicht vermutet, dass ich irgendwann Spaß daran haben werde. Denn meine erste Kreuzfahrt war auch bislang meine schlechteste. Das hatte mehrere Gründe. Und trotzdem sind seitdem noch neun weitere Kreuzfahrten dazugekommen, wie erst kürzlich mit der Oasis.

Warum war die erste Kreuzfahrt so schlecht? Es war wohl wie so oft eine Kombination aus vielen Faktoren. Erstens war die Reisezeit sehr ungünstig. Es war Anfang August, Hochsommer, Ferien in ganz Europa. Das Schiff war die MSC Splendida und fest in italienischer Hand. Das Schiff gehört zu den größten Kreuzfahrtschiffen überhaupt, zwar nicht so groß wie die Oasis, aber immer noch mit mehr als 3000 Passagieren riesig (für mich damals jedenfalls). Von diesen 3000 Passagieren waren geschätzte 2900 Italiener (natürlich waren es weniger, aber Italiener sind laut für zwei). Und weil auch in Italien  Sommerferien waren, war das Schiff fest Inhalt von Familien mit vielen Kindern. Lauten Kindern. Sehr lauten Kindern. Anders als in Deutschland werden die aber nicht abends ins Bett gepackt, sondern toben ganzen Abend übers Schiff. Wir hatten eine Innenkabine direkt am Flur und die ganze Nacht rannten draußen Kinder hin und her. Ich habe nichts gegen Kinder, aber es ist schon praktisch, wenn es wie auf anderen Schiffen, separate Bereiche für Familien und für Ruhesuchende gibt.

Außerdem haben sich die italienischen Mitreisenden so benommen, als gehörte das Schiff ihnen, wir waren nur geduldet. Ich kann mir aber durchaus vorstellen, dass es Deutsche ebenso machen. Man muss dazu sagen, dass 2009 die Kreuzfahrtindustrie noch nicht so weit gewachsen war, so dass es einfach weniger Deutsche auf den Schiffen generell gab als heute. Das soll jetzt nicht so klingen, als möchte ich im Urlaub nur Landsleute treffen, die Mischung macht’s halt. Und die hat da einfach nicht gepasst.

Der nächste Knackpunkt war das Essen. Das war nicht ungenießbar, aber eben auch nicht so gut, wie ich es später auf vielen Schiffsreisen erlebt habe.

Größtes Manko(aber da bin ich sehr empfindlich) war der Service. Die Kellner waren nicht nur nicht bemüht, sie waren einfach unfreundlich. Und das war nicht nur einer oder zwei, das waren die meisten. Egal ob im Restaurant, oder in der Bar.

Zwischendurch gab es einen Fehler in der Abrechnung. Als ich den an der Rezeption klären wollte, konnte plötzlich keiner mehr Deutsch, Obwohl es an den Tagen vorher kein Problem war, sich mit denselben Menschen an der Rezeption auf Deutsch zu verständigen. Das galt natürlich auch für Englisch. Beschwerden wurden scheinbar nur auf Italienisch entgegengenommen. Aber wenigstens ging es nicht nur mir so, auch viele Italiener stießen an der Rezeption mit ihren Beschwerden auf Granit. Jedenfalls war das den vielen lauten Wortwechseln zu entnehmen. Da waren dann alle Nationalitäten gleich.

Die Route begann damals in Rom, führt uns nach Genua, Marseille, Barcelona, Tunis, Malta, Sizilien und wieder zurück nach Rom. Genua war nett, in Marseille blieben wir an Bord und in Barcelona verliebte ich mich auf Anhieb in die Stadt. Leider lag gerade da das Schiff nur einen halben Tag im Hafen. Aber mir war klar, diese Stadt muss ich wieder besuchen. Was ich seitdem auch schon zwei Mal getan habe.

Auch in Tunis blieben wir auf dem Schiff, Malta war ganz nett, Hat mich aber nicht so fasziniert wie Barcelona. Und Sizilien hat ebenfalls keinen bleibenden Eindruck hinterlassen.

Das Schiff selbst, die MSC Splendida, war gar nicht so schlecht. Gerade bei der ersten Kreuzfahrt fällt es vermutlich jeden schwer sich an Bord zu orientieren. Bei weiteren Kreuzfahrten merkt man dann, dass die Schiffe eigentlich immer gleich aufgebaut sind: das Theater ist vorne, das Hauptrestaurant hinten, der Pool logischerweise oben. Die MSC Splendida hat sehr schön eingerichtete Innenbereiche mit Cafés, Bars und Salons. Alles sehr geschmackvoll und gediegen. Vor allem das Fitnesscenter war toll, konnte man doch trainieren und dabei in Fachrichtung aufs Meer schauen.

Trotzdem habe ich nach dieser Kreuzfahrt noch eine weitere Reise zu Schiff gemacht. Denn Kreuzfahrten haben einen großen Vorteil: Man sieht viele verschiedene Städte in kurzer Zeit und muss dabei nicht Jede Nacht das Hotel wechseln und aus dem Koffer leben. Meine zweite Kreuzfahrt war auch das absolute Gegenteil von der ersten und ging mit der AIDA durch den Orient. Dazu bald mehr.

1 Kommentare

  1. Pingback: Mit der AIDA durch den Orient - einReisender

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.