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Mit der Oasis Of The Seas durch die Karibik

Ich hatte ja versprochen, auch über „alte“ Reisen zu bloggen. 2011 habe ich eine Kreuzfahrt in der Karibik gemacht und das auf dem größten Schiff der Welt, der Oasis Of The Seas. Das war schon was Besonderes: Mein erstes Mal in die USA, mein erstes Mal in die Karibik und meine erste Kreuzfahrt mit diesem Schiff. Warum ich das so betone: Nächste Woche ist es wieder soweit und ich mache eine weitere Kreuzfahrt mit der Oasis, diesmal aber im Mittelmeer. Und weil ich dieses Schiff so toll finde, ist die Vorfreude riesig.

Karibischer Traumstrand auf Saint Thomas.

Karibischer Traumstrand auf Saint Thomas.

Das Schiff

Das größte Kreuzfahrtschiff der Welt, über 5.000 Passagiere. Wobei streng genommen ist es nur das zweitgrößte, das Schwesterschiff Allure Of The Seas ist wohl ein paar Millimeter länger. Wenn man die Oasis zum ersten Mal im Hafen liegen sieht, wirkt sie gar nicht so viel größer als andere Schiffe. Natürlich überragt sie andere Schiffe um ein paar Decks, aber sie ist nicht viel länger, dafür breiter. Wo andere Schiffe einen Aufbau haben, hat die Oasis zwei und dazwischen noch Platz für einen Park.

Beim Betreten des Schiffes landet man in der Regel auf der Royal Promenade. Das ist wie eine Halle mitten im Schiff, in der es Restaurants, Cafés und Geschäfte gibt. Außerdem finden hier abends ab und zu Shows statt, dann wird die Royal Promenade zur Partymeile. An einem Ende befindet sich eine Bar, die auch ein Aufzug ist: die Rising Tide Bar. Sie bewegt sich alle paar Minuten zwischen der Royal Promenade und dem darüber gelegenen Central Park. Im Central Park finden sich viele Glaskuppeln, die Tageslicht in die Royal Promenade einfallen lassen. Im Park ist ein tolles Café, in dem sich wunderbar frühstücken lässt. Es gibt kein Buffet, dafür werden Bagels, Wraps oder Sandwiches frisch für jeden Gast zubereitet. Das war immer der perfekte Start in den Tag, weil man quasi im Park frühstücken konnte.

Viele denken, dass es bei so vielen Passagieren doch wahnsinnig voll sein müsse. Nein, es verteilt sich. Es gibt verschiedene Zonen je nach Interessenlage der Passagiere wie zum Beispiel eine Zone, in der die Attraktionen für Kinder konzentriert sind, eine für Jugendliche, einen Sportbereich usw. Ganz wichtig: die Ruhezone am Bug im obersten Deck. Hier konnte man herrlich relaxen und zwischendurch in einen Pool oder Whirlpool steigen (Whirlpool bei über 30 Grad Lufttemperatur macht natürlich viel Sinn, war aber leider geil).

Damit es abends nicht langweilig wird, gab es natürlich ein großes Unterhaltungsprogramm. Die Ruhezone verwandelte sich dann mit Sesseln und DJ in einen Miami Beach Club. Im Bordtheater gab es fast jeden Abend eine komplette Aufführung des Broadway-Musicals Hairspray. Auf der Schlittschuhbahn tief unten im Schiff gab es eine Eis-Revue, tagsüber kann man selber auf die Kufen. Am Heck des Schiffes befindet sich ein Amphitheater, in dem jeden Abend ein paar Turmspringer und Synchronschwimmer eine tolle Show zeigen – das allerdings nur, wenn der Wind und damit die See nicht zu stark sind. Das Amphitheater liegt am Boardwalk, einer Fläche, die amerikanischen Strandpromenaden nachempfunden wurde.

Ebenfalls am Heck, aber weiter oben sind die Wellensimulatoren, auf denen man surfen kann. Auch sonst hat die Oasis vergleichsweise mehr Pools und Wasserflächen als viele andere Schiffe, das war in der Karibik schon ein Vorteil.

Das Schiff ist US-amerikanisch geprägt und die meisten Passagiere waren US-Bürger. Es war ja mein erster Aufenthalt in den USA (obwohl wir die meiste Zeit ja gar nicht in den USA waren), aber viele Vorurteile über Amerikaner haben sich bestätigt. Es waren schon ein paar recht kräftige Menschen dabei. Und die Amis – also zumindest die auf dem Schiff – haben es gerne bequem. Sie sind in breiten Elektrorollstühlen unterwegs und fahren damit bis ans Buffet. Wirklich, bis an die Kante! Entsprechend großzügig sind Gänge und Aufzüge ausgelegt. In einen Aufzug passen locker zwei dieser Gefährte und noch ein paar Menschen.

Ein weiteres Vorurteil, dass bestätigt wurde: Die Menschen waren nett, man wurde im Prinzip den ganzen Tag gegrüßt und musste natürlich zurückgrüßen. Der Service war auch toll, alle waren ausnahmslos freundlich. Amiland eben.

Miami

Nun zur eigentlichen Kreuzfahrt. Der Flug ging nach Miami, dort stand noch eine Nacht in Miami Beach und eine Stadtbesichtigung auf dem Programm. In Miami kann man sich anschauen, was man aus dem Fernsehen kennt: den Ocean Drive mit den Häusern im Art Deco-Stil und das wars auch schon. Nach der Stadtrundfahrt ging es nach Fort Lauderdale, wo die Oasis auf uns wartete.

Nassau, Bahamas

Bahamas – das klingt so mondän. Man stellt sich elegante Menschen in Anzügen vor, die ihr Schwarzgeld hier deponieren, ein paar Martinis trinken und dann mit ihrem Privatjet wieder nach Hause fliegen. Jedenfalls war das in meiner Vorstellung so. Weit gefehlt. Nassau, die Hauptstadt der Bahamas, ist ein ziemliches Drecksnest. Die Hauptstraße bestand nur aus Souvenirshops mit billigen T-Shirt, billigen Zigaretten und Fusel. Unseren amerikanischen Mitreisenden war das egal, Hauptsache Shopping. Vor die kubanischen Zigarren waren begehrt, schließlich gibt es die in den USA legal nicht. Und noch bevor wir wieder auf dem Schiff waren, sah ich Dutzende, die die frisch erstandenen T-Shirts mit Bahamas-Aufdruck schon anhatten – ein Ritual, das sich in jedem weiteren Hafen wiederholen sollte.

Saint Thomas und Sint Maarten/Saint-Martin

Ganz anders die beiden Inseln Saint Thomas und Sint Maarten/Saint-Martin, die zu den Kleinen Antillen gehören. Saint Thomas ist eine der Amerikanischen Jungferninseln. Sie sind ein US-amerikanisches Außengebiet, also kein US-Bundesstaat, aber auch kein eigenständiger Staat, sondern irgendwas dazwischen. Entsprechend ist hier alles quasi wie in den USA, mit einer Ausnahme: Linksverkehr. Und hier gibt es wirkliches Karibik-Feeling. Reggea, Palmen, Strände wie aus dem Bilderbuch.

Danach ging es nach Sint Maarten/Saint-Martin, eine der Inseln über dem Winde. Die Insel ist politisch zweigeteilt. Es gibt einen niederländischen Teil und einen französischen. Deshalb gibt es auch alles doppelt. Der Busfahrer und Reiseführer, der uns über die Insel fuhr, konnte gar nicht oft genug betonen, wie kompliziert das alles sei. Wenn er zum Beispiel von einem Teil der Insel auf den anderen anrufen möchte, ist das ein Auslandsgespräch. Während Saint Thomas wirtschaftlich komplett auf die USA ausgerichtet ist, ist Sint Maarten/Saint-Martin ein Teil des jeweiligen Mutterlands. Was aber nicht automatisch bedeutet, dass alles übernommen wurde: im französischen Teil ist der Euro offizielle Währung, im niederländischen Teil der Antillen-Gulden, der dem US-Dollar entspricht. Und Saint-Martin ist offiziell ein Teil der EU, während Sint Maarten zwar zum Königreich der Niederlande, aber nicht zur EU gehört.

Auf Sint Maarten/Saint-Martin gibt es übrigens einen weltberühmten Flughafen: Die Landebahn liegt so nahe am Strand, dass die Flugzeuge im Anflug nur wenige Meter über den Strand donnern und Sand, Handtücher etc. aufwirbeln.

Bei der Abfahrt von Sint Maarten/Saint-Martin gab es dann noch ein mehr oder weniger tragisches Ereignis, über das ich noch gesondert schreibe.

Fazit

Diese Reise war wie eingangs erwähnt was Besonderes. Vom Rückflug mit zweimal Umsteigen (unter anderem in der Hölle von Paris CDG) mal abgesehen war es ein Traumurlaub und ich denke, dass es nächste Woche auf der Oasis wieder sehr schön wird. Die Karibik ist – abgesehen von den Bahamas – so schön wie im Reiseprospekt und wird sicherlich nochmal besucht.

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4 Kommentare

  1. Also abgesehen davon, dass mich die Karibik nicht wirklich interessiert und ich Miami schrecklich finde, macht Dein Artikel dann doch mal Lust auf Kreuzfahrt. Bisher habe ich mich immer geweigert, weil ich fürchte, es könnte mir zu voll sein. Außerdem finde ich, dass viele Kreuzfahrschiffe schrecklich aussehen. Aber Deine Bilder erzählen eine andere Geschichte. Danke dafür!

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