Kreuzfahrten, Meere
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Kreuzfahrt durch Südostasien

Südostasien stand ja schon lange auf meiner Wunschliste für den Urlaub. Jetzt war es endlich soweit und Weihnachten ging es für 14 Tage in Bangkok auf die AIDAbella. Es war eine tolle Reise. Ich habe so viele Eindrücke bekommen, dass ich gar nicht alles schildern kann. Deshalb nur die Highlights, wobei man in vielen Häfen auch kaum Zeit hat, mehr als ein paar Sehenswürdigkeiten zu besuchen, da die Route hier insgesamt recht lang war. Wir haben mehr als 5.000 Kilometer mit dem Schiff zurückgelegt.

Das Schiff: AIDAbella

Die AIDAbella ist mehr oder weniger identisch mit den beiden anderen AIDAs, mit denen ich schon unterwegs war. Insofern fällt die Orientierung sehr leicht, der Deutsche ist ja ein Gewohnheitstier 😉 Sie hat Platz für etwas mehr als 2.000 Passagiere, im Vergleich zur Oasis also ziemlich klein. Eine AIDA-Kreuzfahrt ist quasi Deutschland an Bord, der Rest der Welt draußen. Es gibt also gutes dunkles Brot und man spricht Deutsch. Das kann man mögen, manchmal ist es auch nervig. Auf dieser Reise war das Publikum bunt gemischt, alle Altersstufen einigermaßen gleichmäßig vertreten. Sehr verwundert war ich jedoch über die vielen schulpflichtigen Kinder – die Reise endete am 9. Januar, wo überall in Deutschland die Ferien schon wieder zu Ende waren… Die Stimmung war sehr gut, bei über 30 Grad im Dezember lässt es sich gut aushalten und die fast täglich stattfindenden Partys waren auch sehr lustig.

Start und Ende der Reise: Laem Chabang bei Bangkok

Los ging die Reise in Laem Chabang, das ist der größte Hafen Thailands, ca. 120 Kilometer von Bangkok entfernt. Entsprechend lange waren die Transfers, sodass wir nur auf der Rückreise nach Bangkok rein sind. Aber der Reihe nach: Flug nach Bangkok mit Umsteigen in Dubai, dann Transfer mit dem Bus nach Laem Chabang. Da die Anreise insgesamt fast 20 Stunden gedauert hat, war ich am ersten Tag zu nichts mehr zu gebrauchen. Außer zum Essen, davon gibt’s bei AIDA ja reichlich.

Um gleich in den richtigen Rhythmus bei sechs Stunden Zeitverschiebung zu kommen, fuhren wir am ersten Tag gleich morgens nach Pattaya, dass nur eine halbe Stunde entfernt ist. Ist jetzt auch nicht die schönste Stadt Thailands, aber es gibt einige schöne Aussichtspunkte und einen großen sitzenden Buddha. Dieser sollte auch nicht der letzte auf der Reise gewesen sein. Ansonsten ist Pattaya für sein Nachtleben bekannt. Da wir aber abends losgefahren sind, konnten wir das nicht „genießen“. Nach 14 Tagen endete in Laem Chabang die Kreuzfahrt auch wieder.

Koh Samui

Koh Samui hat keinen Hafen, in den ein Kreuzfahrtschiff passt. Also wird getendert: Statt über eine Gangway wird das Schiff über einen Steg in eines der zu Wasser gelassenen Rettungsboote verlassen, die einen dann an Land bringen. Das ist eine ziemlich wacklige Angelegenheit. Ansonsten hat man die Sehenswürdigkeiten der Insel schnell erkundet: ein großer Buddha, ein paar Felsen im Meer, die an einen Phallus erinnern und ein paar Wasserfälle. Ein kompletten Urlaub hier verbringen, müsste ich wohl auch nicht.

Singapur

Neben Bangkok war Singapur der Höhepunkt der Reise. Eine unglaubliche Stadt. Schön, modern, traditionell, sauber, ein Foodmekka und Schmelztiegel der Kulturen. An einem Tag so viel gesehen, dass es jetzt schwer fällt, die Highlights zu benennen. Der Skypark auf dem Marina Bay Sands Hotel ist toll (vorher Tickets bestellen, dann spart man das anstehen. Ca. 15 Euro) und die Gardens by the Bay ebenso. Zwischendurch ein heftiger Platzregen und zur abendlichen Lichtertour mit dem Boot wieder bestes Wetter. Und obligatorisch: der originale Singapore Sling im Raffles Hotel… Hier ist ein Tag definitiv zu kurz gewesen, also muss ich nochmal wiederkommen.

Penang und Kuala Lumpur in Malaysia

Die Route führte zu zwei Zielen in Malaysia. Als erstes George Town auf Penang. Hier gibt es ein Unesco-Weltkulturerbe, die Pfahlbauten aus dem 19. Jahrhundert mit chinesischem Touch („Jettys“). So ganz begeistert hat mich Penang nicht, aber vielleicht habe ich zu wenig gesehen. Bettina hat in ihrem Blog mehr zu Penang geschrieben.

Ganz anders dann einen Tag später Kuala Lumpur: Malaysias Hauptstadt hat einiges zu bieten. Die britische Kolonialherrschaft hat einige tolle Bauwerke hinterlassen. Dominiert wird die Skyline natürlich von den Petronas Twin Towers, einem der höchsten Gebäude der Welt. Unter den Türmen ist eine riesige Shoppingmall, die festlich zu Weihnachten dekoriert war – so wie viele Malls, die wir gesehen haben. Weiterhin haben wir das Nationaldenkmal und den Unabhängigkeitsplatz gesehen und waren auf einem „Handwerker“-Markt. Die „Handwerkskunst“ bestand aber in erster Linie aus dem Fälschen von Uhren und anderen Markenprodukten ;-).

Kuala Lumpur liegt noch einiges im Landesinneren, sodass die Fahrt vom Hafen in die Stadt auch etwas mehr als eine Stunde gedauert hat.

Spaß an den Seetagen

Diese Kreuzfahrt hatte fünf Seetage. Zwar hat es gerade an denen auch ab und zu mal geregnet, aber bei fast 30 Grad Lufttemperatur lassen sich ein paar Tropfen aushalten. Während an den Landtagen das Schiff und vor allem das Sonnendeck teilweise gespenstisch leer waren, boten die Seetage Teutonengrill vom Feinsten. Mein Eindruck war, dass es wesentlich mehr Liegen gab als bei anderen Kreuzfahrten, jedoch waren irgendwann trotzdem alle voll. Gleiches galt für das Fitnessstudio und die Sauna.

An den Seetagen, von denen einer auf Silvester fiel, wurde natürlich jede Menge Programm geboten. Am Pooldeck gab es abends viele Partys, deshalb immer Partyoutfits in schwarz und weiß dabei haben. Silvester verlief zwar ohne Feuerwerk, dafür mit einer kleinen Feuershow und um halb eins wurde dann nochmal ein großes Buffet eröffnet. Man hatte ja schließlich abends kaum was gegessen 😉

Ho-Chi-Minh-Stadt in Vietnam

Saigon alias Ho-Chi-Minh-Stadt – eine asiatische Metropole, die viele Klischees erfüllt: Laut, dreckig, schlechte Luft, extremer Straßenverkehr. Dazwischen Parks, Prachtbauten der Kolonialzeit und überall wird gebaut, mit Vorliebe Wolkenkratzer wie der Bitexco Financial Tower, auf den man hoch fahren kann. So richtig schön fand ich die Stadt nicht, einmal gesehen und abgehakt. Auch hier ist der Hafen weit entfernt, mit fast zwei Stunden Fahrt in die Stadt muss man rechnen. Andere Reisende waren begeistert von einer Bootstour im Mekong-Delta. Sollte es mich nochmal nach Vietnam verschlagen, wird das ausprobiert.

Sihanoukville in Kambodscha

Vor vielen Jahren habe ich in der Bundeskunsthalle in Bonn die Angkor Wat-Ausstellung gesehen. Mehr kannte ich von Kambodscha nicht. Umso gespannter war ich auf diesen Hafen. Nun ist Angkor Wat leider ein paar Hundert Kilometer im Landesinneren und es gab keine vernünftige Möglichkeit, sich das anzusehen. Also haben wir in der Hafenstadt Sihanoukville eine Tuk-Tuk-Rundfahrt gemacht. Es gibt dort verfallene Ruinen neben Luxuspalästen, Casinos neben Tempeln, dichten Verkehr und traumhafte Strände mit weißem Sand. Und mit KFC ist die globale Fastfood-Industrie auch in einem der ärmsten Länder der Welt angekommen. Ansonsten ist man hier als westlicher Tourist natürlich ein Geldautomat mit zwei Beinen, nirgendwo sonst auf der Reise wurden wir angebettelt. Wobei sich auch das auf einem vergleichsweise geringen Niveau abgespielt hat, wenn ich da an Indien zurück denke.

Bangkok

Am Ende unserer Kreuzfahrt besuchten wir Bangkok, die Hauptstadt Thailands. Dort haben wir an einem Tag so viel gesehen, dass ich dafür die nächsten Tage noch einen weiteren Beitrag nachschiebe.

Mein Fazit

Ich habe schon einiges von der Welt gesehen, war aber immer sehr westlich orientiert oder war in Gegenden wie den Emiraten, wo der Westen fleißig kopiert wurde. Ich bin jedoch sehr froh, dass ich mir endlich mal ein anderes Ende der Welt angesehen habe. Es war eine unglaublich tolle Reise und ich werde nicht das letzte Mal in Asien gewesen sein. Für Asien-Einsteiger kann ich die Kreuzfahrt nur empfehlen, da sie viel auf einmal zeigt. Wenn es einem dann an einer Stelle gut gefallen hat, einfach wiederkommen.

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